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Steigern Sie Ihr Muskelwachstum mit Phosphatidsäure

Steigern Sie Ihr Muskelwachstum mit Phosphatidsäure

Alle wissenschaftlichen Untersuchungen deuten darauf hin, dass Phosphatidsäure die Muskelmasse über eine Aktivierung des muskelaufbauenden Enzyms mTOR erhöht, während sie potentiell den Abbau von Muskelprotein reduziert.

Phosphatidsäure ist eine Verbindung, die aus einem Glyzerin Rückgrat mit zwei Fettsäureketten, die mit dem ersten und zweiten Kohlenstoffatom verbunden sind, und einer Phosphatgruppe, die mit dem dritten Kohlenstoffatom des Glyzerin Rückgrats verbunden ist, besteht. Phosphatidsäure ist ein Phospholipid, das sich typischerweise in der Zellmembran befindet, wo es als sekundärer Botenstoff agiert, der an vielen unterschiedlichen zellularen Signalkaskaden beteiligt ist (1). Durch diese zellulare Signalkapazität kann Phosphatidsäure eine anabole Reaktion in den Muskelzellen hervorrufen.

Man glaubt in der Tat, dass Muskelkontraktionen bestimmte Enzyme aktivieren, die eine Biosynthese von Phosphatidsäure in den Muskelzellen bewirken, wodurch die Phosphatidsäure Spiegel und eine Aktivierung der mTOR angeregten Proteinsynthese erhöht werden, was das Muskelwachstum fördert. Eine der Studien von Cleland und Kollegen (2) zeigte, dass elektrisch stimulierte Muskelkontraktionen bei Ratten zu einer Verdopplung der Phosphatidsäure Konzentrationen führten. Andere Untersuchungen von O’Neil und Kollegen (3) zeigten, dass Erhöhungen der Phosphatidsäure Konzentrationen in Reaktion auf exzentrische Kontraktionen zustande kommen und dass diese Erhöhungen der Phosphatidsäure Spiegel die mTOR Signalisierung für mehr als 12 Stunden erhöhten.

Von einer oralen Einnahme von Phosphatidsäure konnte gezeigt werde, dass sie die Phosphatidsäure Plasmakonzentrationen bereits 30 Minuten nach der Einnahme erhöhte, und dass die Phosphatidsäure Konzentrationen für bis zu sieben Stunden erhöht blieben (4). In Kombination sollte die Erhöhung der Phosphatidsäure Spiegel im Körper durch eine orale Supplementation in Verbindung mit der endogenen Produktion durch ein Training mit Gewichten in einer stärkeren Muskelhypertrophie im Vergleich zu Widerstandstraining alleine resultieren.

 

Phosphatidsäure steigert Muskelwachstum und Kraft

Aufgrund des Potentials einer Phosphatidsäure Supplementation für ein Muskelwachstum haben mehrere Gruppen seine muskelaufbauende Kapazität untersucht. Eine bahnbrechende Studie von Hoffman und Kollegen (5) untersuchte bei 16 Probanden mit signifikanter Trainingserfahrung mit Gewichten den Einfluss, von aus Soja gewonnener Phosphatidsäure auf Muskelwachstum und Kraft. Die Probanden wurden in zwei Gruppen eingeteilt, von der eine 750 mg Phosphatidsäure pro Tag konsumierte, während die andere lediglich ein Placebo erhielt. Während des Experiments trainierten alle Probanden viermal wöchentlich mit Gewichten und verwendeten hierbei während der gesamten achtwöchigen Untersuchungsphase 70 Prozent ihres Maximalgewichts für eine Wiederholung (1RM) bei allen Übungen.

Am Ende der Studie wurden Kraft und Körperkomposition bei allen Probanden untersucht. Die Resultate zeigten, dass Probanden, die Phosphatidsäure verwendet hatten, eine Steigerung der Kraft bei Kniebeugen um 12,7 Prozent und eine Zunahme an Muskelmasse um 2,6 Prozent aufwiesen, während die Probanden, die ein Placebo eingenommen hatten, ihre Kraft bei Kniebeugen nur um 9,3 Prozent und ihre Muskelmasse nur um 0,1 Prozent erhöhen konnten. Die Resultate dieser Studie deuten stark darauf hin, dass eine Einnahme von Phosphatidsäure in Kombination mit einem Widerstandstraining Muskelmasse und Kraft steigerte.

 

Aus Soja gewonnene Phosphatidsäure treibt das Muskelwachstum voran

Während Phosphatidsäure bei der Anregung des von mTOR angetriebenen Muskelwachstums ganz klar eine entscheidende Rolle spielt, weisen unterschiedliche Phosphatidsäure Quellen, wie Soja oder Eier, geringfügig unterschiedliche chemische Zusammensetzungen auf, bei denen die Level ungesättigter oder gesättigter Fettsäureketten an der ersten und zweiten Kohlenstoffposition des Glyzerin Rückgrats variieren. Diese Variationen der chemischen Zusammensetzung von Phosphatidsäure könnten den Einfluss auf das Muskelwachstum beeinflussen. Man glaubt, dass Phosphatidsäuren mit einer gesättigten und einer ungesättigten Fettsäure, wie aus Soja gewonnene Phosphatidsäure, mit größerer Wahrscheinlichkeit zellulare Signalereignisse wie ein mTOR aktiviertes Muskelwachstum fördern, als dies bei Phosphatidsäuren der Fall ist, die wie aus Eiern gewonnene Phosphatidsäure zwei gesättigte Fettsäuren enthalten und die offensichtlich als Signalverbindung biochemisch weniger aktiv sind (6).

Um nach effizienteren muskelaufbauenden Formen von Phosphatidsäure zu suchen, untersuchte eine Studie von Joy und Kollegen (7) den unterschiedlichen Einfluss unterschiedlicher Arten von Phospholipiden inklusive aus Soja und Eiern gewonnener Phosphatidsäure auf Muskelwachstum und Kraft. Die Studie umfasste zwei voneinander unabhängige Experimente, von denen das erste Experiment die Fähigkeit von aus Soja und Eiern gewonnener Phosphatidsäure bezüglich der Aktivierung von mTOR in isolierten Muskelzellen im Reagenzglas (in vitro) untersuchte und das zweite Experiment die Muskelwachstumsraten bei Menschen maß, die 750 mg aus Soja gewonnener Phosphatidsäure täglich einnahmen, während sie ein achtwöchiges, periodisiertes Trainingsprogramm mit Gewichten absolvierten.

Beim ersten Experiment, das von Joy und Kollegen durchgeführt wurde, fanden die Wissenschaftler heraus, dass von allen untersuchten Phospholipiden aus Soja gewonnene Phosphatidsäure relativ zu den anderen Phospholipiden inklusive aus Eiern gewonnener Phosphatidsäure die stärkste Erhöhung der mTOR Aktivität hervorrief. Das zweite Experiment bestätigte die Resultate des ersten Experiments, da aus Soja gewonnene Phosphatidsäure auch eine deutliche Zunahme an Muskelmasse von 5 Pfund relativ zur Placebo Gruppe produzierte. Dieses Experiment zeigte außerdem bei der Gruppe, die Phosphatidsäure einnahm, eine statistisch signifikante Steigerung der Kraft beim Beinpressen um 115 Pfund, während die Mitglieder der Placebogruppe ihre Kraft nur um 50 Pfund steigern konnten.

Zusammengenommen zeigt diese Studie effektiv, das aus Soja gewonnene Phosphatidsäure mTOR stärker aktiviert und Muskelmasse und Maximalkraft steigert, wenn sie mit einem Widerstandstraining kombiniert wird. Diese Resultate unterstützen die Hypothese, dass eine ungesättigte Fettsäure, die sich in aus Soja gewonnener Phosphatidsäure wiederfindet, überlegene Zuwächse an Masse und Kraft fördert. Demzufolge scheint aus Soja gewonnene Phosphatidsäure im Vergleich zu aus Eiern gewonnener Phosphatidsäure die bessere Quelle für Phosphatidsäure zu sein, wenn es um eine Steigerung der Auswirkungen eines Widerstandstrainings auf Muskelmasse und Kraft geht.

 

Phosphatidsäure verhindert einen Muskelabbau

Die Fähigkeit von Phosphatidsäure, das Muskelwachstum anzuregen, könnte auch mit ihrer kürzlich entdeckten Kapazität, einen Muskelabbau zu hemmen, zusammenhängen, welche letztendlich zu einer Hypertrophie führt, da ein reduzierter Muskelproteinabbau dazu neigt, die Muskelproteinspiegel zu erhöhen, wodurch das Muskelwachstum gefördert wird.

Der erste Hinweis darauf, dass Phosphatidsäure einen Muskelproteinabbau hemmen könnte, kam von einer Studie, die zeigte, dass eine Erhöhung der Menge eines der Enzyme, das Phosphatidsäure im Körper synthetisiert – PDL1 – in isolierten Muskelzellen die Phosphatidsäure Spiegel erhöhte. Diese Erhöhung der Phosphatidsäure Spiegel reduzierte schnell die Expression einer Reihe von Genen, die einen Abbau von Muskelprotein fördern. (8) Diese Studie zeigte weiterhin, dass dieselben muskelabbauenden Gene auch dann abgeschaltet wurden, wenn die Muskelzellen direkt Phosphatidsäure ausgesetzt wurden.

Interessanterweise können einige der Gene, die am proteinabbauenden Pfadweg beteiligt sind und durch Phosphatidsäure abgeschaltet werden, durch das extrem wirkungsvolle muskelabbauende Molekül Myostatin aktiviert werden, was nahelegt, dass Phosphatidsäure einige der negativen Auswirkungen von Myostatin auf das Muskelwachstum verhindern könnte.

Auch wenn diese Resultate sehr faszinierend sind, bedarf es mit Sicherheit weiterer Untersuchungen, da die antikatabolen Wirkungen von Phosphatidsäure bisher nur in vitro an Muskelzellen gezeigt werden konnten. Somit müssen weitere Studien, die die Auswirkungen von Phosphatidsäure bei Menschen untersuchen, ausgeführt werden, um diese Ergebnisse vollständig zu bestätigen.

Zusammengefasst deuten all diese wissenschaftlichen Erkenntnisse darauf hin, dass Phosphatidsäure die Muskelmasse über eine Aktivierung des muskelaufbauenden Enzyms mTOR steigert, während sie potentiell den Muskelproteinabbau reduziert. Ein solcher voraussichtlich doppelter Einfluss wie der von Phosphatidsäure auf die Muskelproteinspiegel wirkt sich typischerweise sehr vorteilhaft auf das Muskelwachstum aus, da er nicht nur einen effektiven Weg zur Anregung der Proteinsynthese darstellt, sondern auch einen Weg liefert, den häufig unterschätzten katabolen Einfluss, den ein intensives Training mit Gewichten auf das Muskelgewebe besitzt, abzumildern.

Der positive Einfluss von Phosphatidsäure ist sogar noch ausgeprägter, wenn dieses Supplement optimal mit Trainingseinheiten mit Gewichten koordiniert verwendet wird. Das optimale Supplement Protokoll für Phosphatidsäure sollte mindestens 750 mg aus Soja gewonnener Phosphatidsäure direkt nach dem Training eingenommen umfassen, da Phosphatidsäure bereits 30 Minuten nach einer oralen Einnahme für den Körper verfügbar ist und für mindestens sieben Stunden verfügbar bleibt. Dieses Zeitfenster von sieben Stunden nach dem Training ist natürlich der Zeitraum, während dem sich die katabolen Wirkungen eines Trainings mit Gewichten in der Nähe ihres Maximums befinden und so schnell und stark wie möglich gehemmt werden sollten, um einen potentiellen Muskelabbau zu verhindern, was letztendlich zu überlegenen Zuwächsen an Muskelmasse und Kraft führen wird.

 

Referenzen:

  1. Wang X, Devaiah SP, et al. Signaling functions of phosphatidic acid. Prog Lipid Res 2006; 45, 250-278.
  2. Cleland PJ, Appleby GJ, et al. Exercise induced translocation of protein kinase C and production of diacylglycerol and phosphatidic acid in rat skeletal muscle in vivo. Relationship to changes in glucose transport. J Biol Chem 1989: 246, 17704-17711.
  3. O’Neil TK, duffy LR, et al. The role of phosphoinositide 3-kinase and phosphatidic acid in the regulation of mammalian target of rapamycin following eccentric contractions. J Physiol 2009; 587, 3691-3701
  4. Purpura M, Jager R, et al. Effect of oral administration of soy-derived phosphatidic acid on concentrations of phosphatidic acid and lyso-phosphatidic acid molecular species in human plasma. J Int Sports nutr 2013; 10, 22
  5. Hoffman JR, Stout JR, et al. Efficacy of phosphatidic acid ingestion on lean body mass, muscle thickness and strength gains in resistance-trained men. J Int Soc Sports Nutr 2012; 9, 47
  6. Foster DA. Regulation of mTOR by phosphatidic acid? Cancer Res 2007; 67, 1-4
  7. Joy JM, Gundermann DM, et al. Phosphatidic acid enhances mTOR signaling and resistance exercise induced hypertrophy. Nutr Metab (Lond) 2014; 11, 29
  8. Jaafar R, De Larichaudy J, et al. Phospholipase D regulates the size of skeletal muscle cells through the activation of mTOR signaling. Cell Commun Signal 2013; 11, 55

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