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Chrom
Allgemeines Chrom ist ein weiß-bläulich glänzendes Schwermetall mit der Ordnungszahl 24 im Periodensystem der Elemente und dem chemischen Symbol Cr. Es kommt auf der Erde nicht in elementarer Form vor. Das wichtigste chromhaltige Erz ist das Chromit (Chromeisenstein). Weiterhin ist noch das Rotbleierz (PbCrO4) zu nennen, das aber für die Chromgewinnung von geringerer Bedeutung ist. Chrom ist in der Erdhülle das 20 häufigste Element, in den Böden kommt es, je nach Bodenart und Region, in einer Konzentration zwischen 10 bis 90 mg pro Kilogramm Erdreich vor. Der französische Chemiker Louis Nicolas Vauquelin (1763 - 1829) entdeckte das Element im Jahre 1797. In der Industrie ist Chrom das wichtigste Legierungsmetall zur Herstellung von nichtrostenden Chromstählen und wird auch zur Herstellung von Farbstoffen, z.B. als Chromoxidgrün, verwendet.
Funktionen im Körper Chrom ist ein essentielles Spurenelement, das aber in zu hoher Dosierung bzw. Zufuhr auch zu Gesundheitsschäden, wie z. B. Allergien und sogar Krebs führen kann. Im menschlichen Körper spielt Chrom eine wichtige Rolle im Stoffwechsel der Kohlenhydrate. Chrom lagert sich in inneren Organen wie der Leber und Milz ein, kommt aber auch vermehrt in Knochen, Fett und Muskeln vor. Es ist ein Kofaktor von einigen Enzymen und am Kohlehydrat- (Zucker) und Fettstoffwechsel beteiligt. Chrom fördert den Transport von Aminosäuren zu den Zellen von Herz und Leber außerdem verstärkt es die Wirkung von Insulin. Dadurch fördert es den Muskelaufbau und verstärkt den Fettabbau. In den Zellkernen (Nuklei), in denen die DNA abgelesen und vervielfältigt wird, sind auch größere Mengen von Chrom vorhanden. Chrom kann hier als direkter Kofaktor von Enzymen an verschiedenen Stellen angesehent werden. Schließlich beeinflusst Chrom wahrscheinlich die Erhaltung und Funktionstüchtigkeit der Hornhaut und der Augenlinse.
Chromhaltige Lebensmittel Fleischprodukte, vor allem Innereien und Muskelfleisch, sowie Bierhefe, Nüsse und Vollkornprodukte sind chromhaltig. Auch Pfeffer und brauner Zucker sind gute Chromlieferanten. Raffinierter (weißer) Zucker und Weißmehl enthalten allerdings kaum noch Chrom.
Chrommangel Chrommangel kann durch die Störung des Zuckerstoffwechsels ähnliche Symptome wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) auslösen. Auch hier sind die Zusammenhänge noch nicht ganz geklärt. Koronare Herzerkrankungen und eine Erhöhung der Fettsäurespiegel im Blut könnten auch durch einen Mangel an Chrom mitverursacht werden. Allgemeine Anzeichen: Nervosität, Gereiztheit, Verwirrtheit, Depression, Lernschwierigkeiten; vermehrtes Wasserlassen, Gewichtsverlust, Juckreiz, Muskelschwäche. Andere bekannte Folgen eines Chrommangels sind Trübung der Linse und Hornhaut und Wachstumsverzögerungen bei Kindern.
Überdosierung/Vergiftung Dreiwertiges Chrom wird kaum resorbiert, also kaum vom Körper aufgenommen, daher sind die dreiwertigen Chromsalze auch weniger giftig. Das sechswertige Chrom wird hingegen besser resorbiert und ist daher für den Menschen eher als giftig einzustufen. Sechswertiges Chrom ist z. B. in Zement enthalten und kann bei entsprechend exponierten Personen eine Allergie oder auch Vergiftungserscheinungen auslösen. Ferner sind sechswertige Chromverbindungen in Holzschutzmitteln und Insektiziden zu finden. Häufig sind auch die druckimprignierten Hölzer im Garten mit Chromsalzen belastet.
Aktue Vergiftung Auf Grund der stark ätzenden Wirkung der Chromverbindungen sind akute Chromvergifungen durch eine heftige Magen-Darm-Symptomatik gekennzeichnet: Erbrechen gelber bis grünlicher Massen, die auch blutig sein können, ferner starke Schmerzen und Durchfall. Die Symptimatik kann zum Schock und schlimmstenfalls zum Tode führen. Wenn eine akute Vergiftung überlebt wird, können sich Veränderungen im Blutbild entwickeln sowie Nieren- und Leberschäden.
Chronische Vergiftung Bei einer chronischen Chromvergiftung findet man schlecht heilende Geschwüre der Haut nach Hautverletzungen sowie Schnupfen und Nasenbluten durch eingeatmeten Chromstaub. An den Augen kann es zu einer Bindehautentzündung kommen. Bei entsprechend exponierten Personen, also z. B. Bauarbeitern können sich Allergien entwickeln (Zementallergie). Auf Grund der krebserregenden Wirkung von Chromverbindungen treten bei Personen, die beruflich Chrom ausgesetzt sind, vermehrt Krebserkrankungen wie z. B. das Bronchialkarzinom auf.
Therapie der Chromvergiftung Bei akuten Vergiftungen wird empfohlen sofort ca. 250 ml Wasser zu trinken, um die Konzentration des Giftes im Magen-Darm-Trakt zu verdünnen und die ätzende Wirkung zu verringern. Die Gabe von Aktivkohle wird nicht empfohlen, wohl aber die Gabe von Ascorbinsäure (Vitamin C) um sechswertiges Chrom zu dreiwertigem zu reduzieren, wodurch die Aufnahme (Resorption) in den Körper verringert wird. Ferner muss der Elektrolyt- und Wasserverlust bei Erbrechen ausgeglichen und ein eventuell eintretender Schock behandelt werden. Die Therapie der chronischen Vergiftung richtet sich nach den Symptomen.
Bedarf Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt bei Jugendlichen und Erwachsenen von einem täglichen Bedarf zwischen 30 und 100 Mikrogramm von Chrom an. Schwangere, ältere Menschen, da deren Chromdepots mit dem Alter abgebaut werden, Fehlernährung oder extreme Stresssituationen können zu einem Mehrbedarf an Chrom führen.
Bedarf im Sport Sportwissenschaftler fanden heraus das Crompicolinat kombiniert mit Krafttraining einen deutlichen Muskelzuwachs bei gleichzeitigem Körperfettabbau. So erfuhren Footballspieler einen durchschnittlichen Muskelzuwachs von 5,69 Pfund, während der Körperfettanteil um 22% abnahm. Eine Chrom-Zufuhr (über 24 Wochen) zeigte bei Schwimmern einen signifikant größeren Zuwachs an fettfreier Körpermasse sowie einen deutlichen Körperfettabbau gegenüber der Vergleichsgruppe. Realistisch betrachtet, scheint langfristig ein zusätzlicher Muskelaufbau von 1-2kg pro Jahr durch regelmäßige Zufuhr von Chrom bei Bodybuilder möglich. Messbare Effekte über Nacht dürfen allerdings nicht erwartet werden. Meine Empfehlung ist 400-800mcg Chromiumpicolinat am Tag zu den Mahlzeiten einzunehmen. Allerdings muss ich darauf hinweisen dass sich eine Chrom-Zufuhr nur langfristig bezahlt macht.
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