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Kava-Kava

Herkunft Das umgangssprachlich auch als Rauschpfeffer bezeichnete Kava-Kava wird aus dem getrockneten und zerstoßenen Wurzelstock des polynesischen Kava-Strauchs (Piper methysticum) gewonnen. Der Kava-Strauch wird zwei bis drei Meter hoch und hat große herzförmige Blätter. Bis vor kurzem (siehe dazu den Hinweis weiter unten) wurde der fleischige Wurzelstock, der bis zu 10 kg schwer werden kann, in Deutschland zu medizinischen Zwecken verwendet. In den Südsee-Kulturen Polynesiens (Tonga, West-Samoa) und Melanesiens (Vanuatu, Fidschi-Inseln) spielt die Pflanze heute noch eine wichtige Rolle, unter anderem im Rahmen religiöser Rituale.
Inhaltsstoffe Die bis zum Verbot vertriebenen Kava-Kava-haltigen Arzneimittel beinhalteten eine Reihe von Substanzen, die Kavapyrone genannt werden. Dazu zählt man Kavain, Methysticin, Desmethoxyangonin, Yagonin, Dihydrokavain und Dihydromethysticin. Synthetisch hergestellte Kava-Kava-Produkte beinhalten meist den wichtigsten Inhaltsstoff, das Kavain. Der genaue Wirkmechanismus ist bis heute nicht sicher geklärt. Eingesetzt wurde es bei nervösen Angst-, Spannungs- und Erschöpfungszuständen sowie bei Depressionen. Im Südseeraum wird der Kava-Kava-Extrakt als Getränk zubereitet. Es bewirkt eine Reduzierung des Geschmacksempfindens und soll Wohlbefinden, Friedfertigkeit und Entspannung hervorrufen, ohne das Bewusstsein und die Denkfähigkeit zu beeinträchtigen.
Wichtiger Hinweis Am 14.06.2002 hat das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die Zulassungen von Kava-Kava und Kavain-haltigen Produkten weitgehend widerrufen. Lediglich homöopathische Mittel mit sehr niedriger Menge des Wurzelextraktes sind davon ausgenommen (ab D5). Begründet wurde die Entscheidung mit den schweren Nebenwirkungen. Bei 40 Einzelfallberichten in Deutschland kam es in Zusammenhang mit Kava-Kava zu schwerwiegenden Leberschäden. In sechs Fällen ist es zu Leberversagen gekommen, so dass eine Lebertransplantation vorgenommen werden musste. Drei Patienten starben an den Folgen des Leberschadens. Den schweren Nebenwirkungen stehe nach Aussagen des Bundesinstituts kein ausreichender Nutzen gegenüber. Nach Ansicht des hawaiianischen Wissenschaftlers C. S. Tang habe vermutlich die falsche Verarbeitung des polynesischen Rauschpfeffers zu den Lebererkrankungen geführt (siehe News vom 09.04.2003). Für die Kava-haltigen Produkte, die in Europa und den USA verkauft wurden, ist nicht nur der Wurzelstock, sondern sind auch die Blätter und Stängel der Pflanze verarbeitet worden. Südseebewohner würden hingegen nur den Wurzelstock verwenden, so Tang. Einen Beleg sieht Tang darin, dass bisher keine Leberschäden durch den Konsum des Kava-Getränks bekannt geworden sein sollen. Ob es in absehbarer Zeit zu einer Wiederzulassung von Kava-haltigen Produkten kommt, ist unklar, da dies erneute Forschung voraussetzt, die sehr viel Geld kostet.
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- Gigas admin -
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